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Residenzprogramm 2019 Alias Rosalie / Foto Peter van Heesen

Die über 70 Bewerbungen für 2019 wurden mit den KuratorInnen Lea Moro (freie Choreografin), Dr. Sascha Löschner (Chefdramaturg Theater Vorpommern), Tom Mustroph (freier Redakteur), Julia Knaust (Circus-Expertin) und Martin Stiefermann (Choreograph und Leitung des Residenzprogramms) gesichtet und in Zusammenarbeit mit dem Vorstand des schloss bröllin e.V. ausgewählt.

 

SILENT FRAGMENTS [Arbeitstitel]


Eine neue Tanzperformance und Installation von Andrea Hackl | Andrea Hackl Project (NL)

Screen Shot 2018 08 22 at 18.56.39Unsere Psychologie und unser Unterbewusstsein formen unsere Biology und unseren Körper. Wenn man an all die Information berücksichtigt, die wir in uns tragen, dann stellt sich die Frage:  Zu welchem Ausmaß ist unser Körper nicht unser eigener Körper?
In Andrea Hackl's neuem Stück (Tanzaufführung und Installation), welches sie in Zusammenarbeit mit 2 weiteren  Tänzerinnen und einem Ton/Videokünstler erarbeiten wird, geht es um Geschichte und Erinnerungen, die in unserem Körper gespeichert werden und durch unseren Körper zum Ausdruck kommen, die unsere Identität beeinflussen und möglicher Weise mitbestimmen. Es geht um den Körper als Landschaft unserer Psychologie, um verschiedene Räume in unserem Körper, in denen verschiedene Emotionen, Gefühle und Erinnerungen stecken. Es geht um die individuellen, persönlichen als auch kollektiven Geschichten, die in unseren Zellen ihre Spuren hinterlassen, die Stimmen davon, die noch in uns zu hören sind. Es geht um die Bewegung, die darin und daraus gefunden, als auch den Dialog, welcher zwischen Erinnerungen und Geschichten und Identität geschaffen werden kann. Es geht um die Möglichkeit der Veränderung & Transformation durch den Körper. Es geht um die Poesie und Stärke, die in dieser Reise liegt.  Zu welchem Ausmaß ist unser Körper nicht unser eigener Körper?  Während ihres Aufenthalts plant Andrea Hackl öffentliche Workshops zu veranstalten und die Resultate dieser Workshops ebenfalls in das Stück und die damit verbundene Installation mit einzubinden. www.andreahackl.com

 

META

Eine Tanzperformance von Annelie Andre (D)

Annelie AndreEine Wand ist eine Grenze - in uns und außerhalb. Wände können abschotten, sie können trennen oder neue Räume eröffnen. Wände können dekonstruiert oder durchschritten werden, sie können Halt und Stabilität bedeuten. Ein Zuhause? Ein Gefängnis? Muss Isolation und Rückzug gleich Einsamkeit bedeuten oder kann dadurch ein Raum für Entfaltung ermöglicht werden? Bedeutet es vielleicht sogar eine radikale Form der Emanzipation? Und was bedeuten diese Fragen heute, in einer technologisierten, vernetzten Gesellschaft?  META ist eine Solo-Performance, der das Werk "Die Wand" (1963) von Marlen Haushofer als Inspirationsquelle zugrunde liegt.  Mit Tanz, Stimme und Sound wird ein Raum kreiert, der den Fokus auf die Suche nach dem Ursprünglichen legt und so (Ver)-Wandlung möglich macht.

 

Fencing / Border Radio [Arbeitstitel]


Documentar / Radio - Performance von Fencing Project (D)

IMG 6907 2Fencing ist ein dokumentationsbasiertes Projekt, das sich mit Grenzzäunen, die seit einigen Jahren in Europa errichtet werden, beschäftigt. Ausgehend von einer umfangreichen Feldforschung sowie einer beharrlichen Erkundung der europäischen Grenzen, an denen Interviews, Audioaufnahmen und Bilder gesammelt werden, steuert es auf eine Serie von Multimedia-Stücke (Sound, Radio, Performance) zu, die sich mit dem Impakt und den Konsequenzen der Zaunerrichtung an den Innen- und Außengrenzen eines theoretisch grenzenlosen, vereinten Europa befasst. www.fencing-borders.cc

 

TRINKERPARK 

on the road mit glanz&krawall ein Musiktheaterprojekt (D)

glanzundkrawall 2Die Berliner Musiktheater-Truppe glanz&krawall betreibt mit einem schrottreifen Wohnwagen und einer Schar verbliebener Vagabunden Suchtprävention auf öffentlichen Plätzen. TRINKERPARK heißt ihre Roadshow, die staatliche Drogenpräventionsprogramme unter die Lupe nimmt und zur Schau stellt: Geht es dem Staat um die Gesundheit seiner Bevölkerung? Oder soll unter dem Label der Fürsorge lediglich ein volkswirtschaftlicher Schaden minimiert werden? Marielle Sterra (Regie, Toypiano), Dennis Depta (Dramaturgie, Schrammelgitarre) und Kim Scharnitzky (Ausstattung, Bardienst) erarbeiten gemeinsam mit dem Electro-Musiker Arne Nitzsche, 3 jugendlichen Darsteller*innen, einem Schauspieler (50 +) und einer Sopranistin in eigens komponierten Songs, Sing-Alongs und klassischen Solo-Partien ein neues Mehrgenerationen-Musiktheaterstück im Geiste der Straßenmusik. Im gemeinsamen Probenprozess fragen wir uns: Leben wir tatsächlich in einer Kultur von Trinker*innen oder ist die Hochphase des Alkohols in Zeiten von Selbstoptimierung und Gesundheitswahn vorbei? Wem bringt unsere Abstinenz etwas und was passiert, wenn das „gesellschaftliche Schmiermittel“ verbannt wird? Und wie können wir die Droge "nutzen", ohne an ihr zugrunde zu gehen?  Im Zuge ihrer Residenz in Bröllin betreiben glanz&krawall mit einem kleinen Team Recherche und freuen sich auf immersive Praxiserfahrungen zusammen mit anderen Künstler*innengruppen und Interessierten. www.glanzundkrawall.com

 

Soft Things

Eine Tanzperformance von Iva Sveshtarova (BG) & Rose Beermann (D)

Beermann Sveshtarova Soft Things AT 2In diesem Projekt wollen wir uns mit Weichheit beschäftigen, als eine Qualität, die symbolisch hoch aufgeladen und gleichzeitig eine zentrale Dimension von Körpern ist – menschlicher und nicht-menschlicher Art.
Assoziiert mit (Ver-)Formbarkeit, Fragilität und Feinheit als materiell-körperliche Eigenschaften, aber auch Nachgiebigkeit, Gefügigkeit und Schwäche als emotional-moralische Eigenschaften, wird Weichheit häufig als eine explizit weibliche Eigenschaft wahrgenommen. Welche Stereotype spiegeln sich in dieser Gleichsetzung von Weiblichkeit mit Weichheit und wie können wir sie performativ unterwandern? http://rosebeermann.de

 

 

CASUS

Eine Circus/Objekttheater - Produktion von Michael Zandl und Tom Henden (A)

Kolja Huneck 1 2CASUS ist ein 50 minütiges Circustheater, welches das Publikum in die fantasievolle und etwas schräge Welt eines Menschen entführt, der Schwierigkeiten hat sich in seiner selbst geschaffenen Realität zurecht zu finden. Geplagt von äußerst seltsamen Ereignissen, Objekten die zum Leben erwachen und einer kleinen nervenden Fliege scheint es beinahe so als gebe es eine unsichtbare Macht, die ihn und das Geschehen um ihn herum kontrolliert. Doch wer zum Schluss die Fäden in der Hand hält, überrascht sogar ihn selbst. www.michaelzandl.com

 

 

Crossroads

Ein Schattentheaterprojekt von Mottili Theatre (D)

mottili pic e 21960er Jahre, Memphis (Tennesee), Mississippi-Delta. Ein junger Plantagenarbeiter geht auf Wanderschaft und kehrt mit einer exzellenten Gitarrenspieltechnik zurück, die vorher noch nie jemand gehört hatte. Man sagt, er habe an einer Kreuzung in Clarksdale, Mississippi den Teufel getroffen. Er habe ihm seine Seele verkauft, um im Gegenzug in die Geheimnisse des Gitarrenspiels eingewiesen zu werden.  Es ist die Geschichte des berühmten Bluesgitarristen Robert Johnsons, die das Mottilitheater als Schattentheater inszeniert. Mittels bewegter Projektionen von Licht und Schatten, Silhouttenschnitten, Soundcollagen und Live-gitarrenspiel wird eine traumhafte Bluesszene lebendig. www.mariedonath.net

 

 

Bilderschlachten / Bataille d'Images

Ein Ballett zum Ende der Welt (2019) von MOUVOIR (D)

INVENTASY TN 2573 2Unsere neue Produktion 2019 denkt über Gefräßigkeit nach. Was passiert, wenn die Frage nach den Verhältnismäßigkeiten, nach dem wie viel und wie wenig nicht mehr zu beantworten ist? Wenn wir in einem Referenzsystem von Bekanntem die Orientierung verlieren und das Schöpferische in Frage stellen? In Zusammenarbeit mit der Komponistin Brigitta Muntendorf, dem Asasello Quartett und dem renommierten französischen Orchester Les Siècles unter der Leitung von FX Roth und 8 Tänzer*innen entsteht ein Ballett zum Ende der Welt, ein ballet noir, das zügellos in unserer Kulturgeschichte wildert. Das Monumentale und Verschlingende als Sinnbild für Macht und Patriarchat wird künstlerisch mit dem Versuch anstelle des Resultats, mit dem stillen, leisen Widerständigen verflochten. Die Choreographin Stephanie Thiersch und die Komponistin Brigitta Muntendorf wollen mit „Bilderschlachten“ ein Nachdenken über den Zustand permanenter Überladung provozieren. Ausgangspunkt ist die exzellent komponierte Zitatenansammlung des Komponisten Bernd Alois Zimmermann „Musique pour le souper du roi Ubu“ von 1968, ein musikalischer Gefahrenraum der Maßlosigkeit, des Vulgären und der Machtanhäufung. www.mouvoir.de

 

Say my name, say my name

Eine Tanzperformance von Olivia Hyunsin Kim/ddanddarakim (KR+D) 

say my name 2Künstliche Intelligenz (KI), Apples Siri, Amazons Alexa oder Microsofts Cortada werden mehr und mehr Bestandteil unseres Alltags. Sie haben als unsere neuen Sekretär*innen und Haushilfen einen festen Platz in unserer Hosentasche, in unserem Haushalt und an unserem Arbeitsplatz gefunden. Beim Wakeword „Hey Siri“ entgegnet uns stets eine freundliche weibliche Stimme mit „Wie kann ich helfen?“. Als Donna Haraway 1984 ihr berühmtes Essay „A Cyborg Manifesto“ veröffentlichte, hofften die intersektionalen Feminist*innen, dass Cyborgs als hybride Wesen aus Organismus und Maschine ohne eindeutige Geschlechtszuordnung eine Zukunft ohne Identitätspolitiken verkörpern und damit als Modelle dienen könnten, um Sexismus oder Rassismus zu überwinden. Trotz des enormen Fortschritts in 34 Jahren in Sachen KI, wird nach wie vor heteronormative Geschlechterdifferenzierung betrieben und verfestigt. Denn die KIs sind im Verbraucheralltag durch Namens- und Stimmgebung zumeist als weiblich markiert Männlich gekennzeichnete KIs hingegen sind im Medizin- oder Finanzbereich tätig. Die Klassifizierung von reproduktiver und/oder emotionaler Arbeit als „weibliche Tätigkeit“ wird auch hier manifestiert. In „Say my name, say my name“ sollen KIs die Hauptakteur*innen im Theater werden. Sie entkoppeln sich von ihren Hersteller*innen und erschaffen einen Raum unterschiedlicher Utopien außerhalb von Identitätspolitiken. Die Performance selbst ist ein Konglomerat aus Science Fiction, Tanz und Musical und entwirft diverse Zukunftsszenarien, in denen KIs außerhalb von menschlichen Machtstrukturen existieren. Somit gewährt sie einen kurzen Einblick in eine utopische Welt ohne Patriarchat und dessen Hierarchien. https://ddanddarakim.wordpress.com

 

slow down  [Arbeitstitel]


Eine Performance von Ruby Behrmann und Liliane Koch (D)

 DSC5549 2Das Performance - Duo Ruby Behrmann und Liliane Koch erstellen aus Interviews, die sie mit acht Damen im Alter zwischen 75-90 gemacht haben, ein Aufführungsskript. Darin befragen sie die Damen über ihren Lebensweg, ihre Entwicklung und ihre Gegenwart: Was waren die beruflichen Träume und wurden sie erfüllt? Was war die eigene Rolle bezüglich Hierarchie und Machtverhältnissen in der Familie? Wie ist es als Frau älter zu werden? Wie läuft es mit Sexualität und Beziehung im Alter? Behrmann und Koch eignen sich den Text an und performen diesen auf der Bühne. Die beiden jungen Frauen schauen in ihre unweigerliche Zukunft und müssen dabei die Vergangenheit berücksichtigen. Dabei spielen sie mit dem Gegensatz, ihre jungen Körper, diesen lebenserfahrenen, reichen Erzählungen der älteren Frauen gegenüberzustellen. Diese Performerinnenkörper setzt die Kostümbildnerin Theresa Mielich in Szene. Viele Probleme, mit denen die Frauen zu kämpfen haben, sind Behrmann und Koch selbst noch unbekannt, es wird also eine Art Lehrstück: Die beiden Performerinnen lernen durch das Spielen bzw. Sprechen der fremden Texte.www.rubybehrmann.de


 

hammer

Ein genreübergreifendes analoges & digitales Performanceprojekt
von the three monkeys (D+USA+MX)

CDK Bröllin 2Welchen Sinn würden Sie abgeben, wenn Sie im Märchen wählen könnten? Die drei Künstlerinnen entschieden sich für den Sinn, der zum ausüben ihrer Profession verzichtbar wäre und werden zu der Künstlergruppe –  the three monkeys  Tanz, Performance, Film, Fotografie, analoge und digitale Grafik werden mit literarischen Inhalten verknüpft und zu einer raumgreifenden Installation zusammengefügt. Die drei professionellen Künstler*innen bringen ihre Talente ein, verknüpfen aktuelle Projekte in der gemeinsamen Arbeit, um neue Ausdrucksformen zu entwickeln und Antworten auf gestellte Fragen experimentell zu untersuchen.  " I have a hammer" beschreibt die Aufbruchszeit der 60 ziger Jahre. Die Frauenbewegung, Studentendemonstrationen und poltischen Umbrüche zeugten von Widerstand und Freiheitswillen der jungen Generation.  Mit "hammer" brechen wir alte Kunstformen auf, um nach neuen Vermittlungsformen und poetischen bewegten Bildern zu forschen…  Präsentationen in Form von Website, Liveperformance, Ausstellung und Workshop sind während und nach dem Residenzaufenthalt geplant.   www.winterland.mx /  www.danielamelzig.de / www.kendramacedance.com

 

 


Permanent Artist in Residenz


 

Brett vor Kopf oder:
Angst verdirbt den Charakter 
[Arbeitstitel]


Ein Circus Projekt von Omnivolant (D)

Brett Vor Kopf 2 2Eine Recherche zur Möglichkeit der politischen Einflussnahme mit artistischen Mitteln. Der Rechtsruck unserer Gesellschaft ist spätestens jetzt nicht mehr übersehbar und nicht hinnehmbar. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen. Nur wie? Ausgehend von der gesellschaftlich geschürten Unsicherheit, die zu Angst führt, die wiederum zu Ressentiments und offenem Rassismus führt- wird ein Ansatz sein, über meine Angst zu reden. Die ich real habe, während ich in 8m Höhe schwinge und falle. Über die Angst und über die Reflexion der Angst und über den Umgang mit und vielleicht die Überwindung der Angst, die es mir ermöglicht, das Seil loszulassen....für den nächsten Trick, für den kontrollierten Fall... um meinem Nachbarn die Hand zu geben... um wieder Menschlichkeit statt Furcht und Abgrenzung zu spüren. Um laut zu sagen: Angst verdirbt den Charakter. http://www.omnivolant.de/

 

 

Hereinspaziert

Ein Circus Projekt von Omnivolant und Pandoras Circus  (D)

Zelt und Show Foto EinmasterWir werden die Utopie der Nichtsesshaften, die Unmöglichkeit des menschlichen Fliegens, die Unglaublichkeit der Normauflösung und die Vergänglichkeit des Augenblicks vor aller Augen leben und damit wahrhaftig werden lassen. Unter den Augen des Publikums wollen wir beweisen, dass unsere Realität und unsere Gesellschaft nur ein möglicher Entwurf von vielen ist. Wir wollen vor allem uns, aber auch dem Publikum als Zeugen das Unmögliche greifbar machen.  ...für einen kurzen Augenblick die Vorstellung einer anderen Realität schmecken... Begleitend wird das Circuszelt geöffnet für Veranstaltungen lokaler Projekte und Initiativen, um ihnen diese spezielle Bühne zu bieten und um eine Kooperation mit Bröllin und TRAFO2 herzustellen.  http://www.omnivolant.de/

 

 

KunstAcker

Ein Bodenprojekt von Anneli Ketterer  (D)

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2019 soll das KunstAcker - Projekt in die nächste Phase übergehen.
Genauere Informationen folgen in Kürze. http://decrustate.net/

 

 

 

 

Residenprogramm 2018


Die Produktionsstipendien des schloss bröllin e.V. werden gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Last modified on Donnerstag, 29 November 2018 12:03